
Guten Tag aus der Hauptstadt. Ich bin Ralf Fitzner.
Ich freue mich, dass Sie hier auf meiner Webseite über das Dorf Klein-Silber gelandet sind und hoffe, dass auch Sie von den Informationen und Bildern begeistert sind.
Vor wenigen Jahren noch war Klein-Silber für mich nur ein “unbekanntes Dorf irgendwo im Osten”. Das Thema “Vertriebene” und “ehemalige Heimat” war mir zwar ein Begriff, aber wie das so ist: Wenn man nicht selbst betroffen ist, dann interessiert es einen nicht so wirklich. Schliesslich bin ich eine Generation nach dem Krieg geboren und in meiner Jugend gab es keine Panzer und keine zerstörten Häuser.
Nur... Mir fehlte da immer irgendwie ein Opa in der Familie. Mein Vater hatte eine Pflegemutter, Oma Frieda, weil seine Eltern im Krieg verschollen sind. Niemand hat wirklich eine Ahnung was mit ihm und seiner Frau (meiner leiblichen Oma) passiert ist. Wo kamen sie her, was haben sie gemacht, wie kamen sie zusammen, was ist aus ihnen geworden.
Ein Opa ist ja doch normalerweise für jeden etwas “greifbares”. Etwas ganz normales. Jemand, der zur Kindheit dazu gehört. Man bekommt früher oder später erzählt, was Oma und Opa früher so gemacht haben, wo sie gewohnt haben, wann sie geheiratet haben... Aber all diese ganz normalen Dinge sind in einer Hälfte meiner Familie ungeklärt.
Mein Vater wurde am 01.07.1941 in Klein-Silber im Kreis Arnswalde geboren. So steht es zumindest in seiner Geburtsurkunde. Die wurde aber erst einige Jahre nach Krieg und Flucht ausgestellt. Er hat mehrere Brüder und eine Schwester, die auch alle, nach deren ebenfalls später ausgestellten Urkunden, in den Jahren zuvor in Klein-Silber geboren wurden.
Also war Klein-Silber für mich der Schlüssel zu allen Informationen. In Klein-Silber, einem kleinen Dorf in Pommern, liegt ein Teil meiner Familiengeschichte. Da müssen meine Oma und mein Opa ja wohl einige Zeit gelebt haben, wenn dort mehrere Kinder geboren wurden. Also würde sich dort bestimt auch ein Hinweis auf sie finden lassen...
Das dachte ich zumindest, bis ich zum ersten Mal dort war, denn in Klein-Silber findet man heute praktisch gar nichts mehr. Das Kapitel Krieg beschreibt wieso und warum.
Im Internet finden sich zwar einige Adressbücher aus dem Kreis Arnswalde, aber der Name Fitzner kommt im Zusammenhang mit Klein-Silber nie vor. Ich fragte in mehreren Foren und bekam so Kontakt zu ehemaligen Bewohnern von Klein-Silber, die als Kinder dort flüchten mussten. Nachkommen der 1. Generation, deren Eltern Klein-Silber noch bewußt erlebt hatten. Kinder der 2. Nachkriegsgeneration, die auch an Ihrer Familiengeschichte interessiert sind, die mit Klein-Silber in Kontakt steht.
Mittlerweile kenne ich wohl zu jedem Grundstück im Klein-Silber der 40er Jahre den Namen der Eigentümer, weiss wo noch was an Ruinen oder Häusern steht und habe bei mehreren Besuchen mit meiner Frau und meiner Tochter viel fotografiert. Aber niemand kennt etwas über eine Familie Fitzner, nirgends steht etwas über sie geschrieben, so als hätten sie nie existiert...
Da mir vom jenem Opa das Geburtsdatum und der Geburtsort fehlen kann ich auch keinen Suchantrag bei der WASt stellen. Der Kirchliche Suchdienst konnte mir leider nicht weiterhelfen. Der DRK-Suchdienst wusste nur zu berichten, dass seit vielen Jahren schon ein Suchantrag der Schwester meines Vaters vorliegt.
Offensichtlich waren sie nur “kleine Leute”. Ohne Haus- und Grundbesitz. Mein Opa war anscheinend Melker oder “Schweizer”, wie man das auch nannte, denn es gibt entsprechende Fotos von ihm, die ich hier nachfolgend zeige. Zeitlich kann ich nur vermuten, dass er an der Ostfront umkam. Was mit der Oma passierte... wer weiss...
Deren Kinder, also alle meine Onkel und die Tante, kamen 1944 zunächst in ein Kinderheim in Arnswalde. Mein Vater wurde dann als kleinster von meiner Oma Frieda als Pflegekind aufgenommen.

Es gibt Gerüchte über eine weitere, ältere und noch uneheliche Schwester. Sie dürfte bei Kriegsende ca. 12-13 Jahre alt gewesen sein und blieb in Polen zurück, wo sie heute noch lebt, aber nicht über diese Zeit sprechen möchte.
Hier folgend ein Foto meiner verschollenen Großeltern:

Das Foto zeigt Helene (Antonie), geb. Miemitz (geb. eventuell am 10.05.1916 in Ostpreussen) und Wilhelm (Friedrich Karl) Fitzner, meinem Opa (und Bruder von Hans Fitzner). Die Ähnlichkeit mit meinem Vater in jungen Jahren ist so groß, dass kein Zweifel daran besteht, dass dies der gesuchte Opa ist. Das Foto dürfte in etwa Mitte der 30er Jahre aufgenommen sein.
Es stammt aus einem Fotoalbum des am 25.11.1914 in Klosterfelde geborenen Hans (Richard Gustav) Fitzner, später von Beruf Schmied. Seine Eltern (demnach meine Ur-Großeltern) waren laut seiner Geburtsurkunde der Arbeiter Richard Fitzner und dessen Ehefrau Emma, geb. Schulz aus Klosterfelde.

Ich suche seit vielen Jahren Hinweise über das Leben dieser beiden. Wo kamen sie her, was machten sie, wo haben sie gearbeitet, wo haben sie gewohnt, was ist aus ihnen geworden. Wer kann etwas zu Helene Antonie Miemitz und Wilhelm Friedrich Karl Fitzner sagen. Der Bezug zu Klein-Silber ist, das alle Kinder eine Geburtsurkunde haben, nach denen sie in Klein-Silber geboren wurden. Was sie in oder um Klein-Silber gemacht haben ist nicht in Erfahrung zu bringen. Andere Orte, zu denen “meine” Fitzner Vorfahren im näheren Umkreis einen Bezug haben könnten sind Klosterfelde, Billerbeck, Marienwalde und Woldenberg.
Hier ein weiteres, interessantes Bild von meinem Opa. Wohl ebenfalls Mitte der 30er Jahre aufgenommen. Nach gut einem Jahr intensiver Suche konnte ich herausbekommen, wo dieses Bild aufgenommen wurde: In Billerbeck im Kreis Pyritz, ca. 8km süd-westlich von Arnswalde.

Als letztes noch ein Foto von ihm, das ein markantes Symbol an seiner Brust zeigt. Vermutlich das Firmenzeichen des Arbeitgebers. Wer kennt dieses Symbol?
Wer hat weitere Informationen z.B. auch über Billerbeck im Kreis Pyritz und seine Einwohner? Wer weiss näheres über das Gutshaus des Major i.R. Carl Hoene?