Ich möchte hier gerne einige ehemalige Bewohner von Klein-Silber vorstellen. Namen, Gesichter, Geschichten. Meist aus der “guten, alten Zeit” bis Mitte der 30er Jahre, als Krieg und Leid noch so unendlich fern waren.


Sicht SchmiedeEin interessantes Bild, etwa aus dem Jahr 1928, zeigt die alte Dorfschmiede. Die Dorfstraße, links im Bild, führt nach Norden durch den Ort in Richtung Groß-Silber udn weiter nach Nörenberg, die beide schon im Nachbarkreis Saatzig lagen.
Der Schmied Fritz Kettner steht in der Tür und davor arbeitet sein Sohn Erich Kettner. Die Familie Kettner lebte eigentlich schräg gegenüber auf der anderen Strassenseite auf Grundstück Nr. 24. Dort steht heute noch der ehemalige Stall der Kettners. Dieses Grundstück hier im Bild ist aus dem Grundstück von Ferdinand Krüger (#54) ausgeschnitten. Die Grafik rechts zeigt, basierend auf dem alten Stadtplan, den ungefähren Standort des Fotografen und dessen Blickrichtung in grün an. Rot markiert die Schmiede.

 

Schmiede in Kleinsilber

Links von der Straße, das Haus mit den Fenstern und der Tür, gehörte Bauer Albert Suckow. (Nr. 26). Danach das kleine Haus von Landwirt Thom (Nr. 27) und das, mit der Giebelseite zur Straße zeigende, Haus von Landwirt Adolf Bartz.
Heute würde diese Schmiede ziemlich exakt in der Mitte der neuen Straßenführung, der neuen Droga wojewódzka Nr 151, liegen. Anfang der 60er Jahre hatte man die Linienführung der Landstraße von Reetz nach Nörenberg (Ińsko) begradigt und dabei, beginnend mit Grundstück Nr. 2 von Bäcker A. Weeber über Nr. 3 von Stellmacher Franz Krüger, direkt an der 1933 neben dem Haus von Maurer Hell gepflanzten “Hitler-Eiche” vorbei, die Grundstücke Nr. 57 (Martha Kappe), Nr. 56 (Fleischer Georg Gröhler) bis hin zu Nr. 55 (Gastwirt A. Becker) durchschnitten, um etwa bei der alten Schmiede wieder den Verlauf der historischen Dorfstraße aufzunehmen.


Aus dieser Sicht rechts von der Schmiede, noch vor dem im Hintergrund zu erahnenden Haus Nr. 53 von Schneider Johannes Zimmermann, auf dem mit Nr. 54 bezeichneten Grundstück, wohnte damals die Familie von Ferdinand Krüger. Hier ein Foto der Eltern mit ihren 9 Kindern.

Familie Ferdinand Krüger aus Klein-Silber

Dieses Foto aus dem Jahr 1936 überließ mir Ilse Wille, deren Mutter Ruth Krüger (1921-1998) mit Ihren damals 15 Jahren ganz links auf diesem Foto zu sehen ist. Vor ihr steht die 8 jährige Ina (1928-1945), die später mit nur 17 Jahren sterben musste.
Die ältere Dame, im schwarzen Kleid vorne sitzend, ist Alwine Krüger, geb. Stange (1888-1971), die Mutter dieser 9 Kinder und Frau des neben ihr sitzenden Ferdinand Krüger (1887-1964). Das Bild wurde kurz nach deren Silberhochzeit aufgenommen. Zwischen ihnen steht der 1925 geborene Ernst, der seit den 40er Jahren vermisst wird. Die Kleinste, an der Seite ihres Vaters, ist die 1929 geborene, damals 7 jährige Waltraud, die heute in Eisenhüttenstadt lebt.
Die älteste Schwester, ganz rechts im Bild, war Charlotte (1920-1983). Neben ihr, als 2. von rechts steht Wilhelm (1914-2007). In Uniform, hinter dem Vater steht Fritz (1913-1942), der mit nur 29 Jahren im Krieg fiel. Daneben, hinter der Mutter ist Franz (1912-1953) zu sehen. Als ältestes Kind steht hinter der Mutter und neben seiner Schwester Hermann. (1911-1974).


Schräg gegenüber von der Familie Krüger wohnt auf Grundstück Nr. 21 die Familie Patzig.

Patzig-alt
Patzig-Werner

Hier 2 Fotos aus dem Jahr 1935. Links sehen wir Emilie und Emil Patzig bei ihrer Silberhochzeit. Emil starb 1941 im Alter von 70 Jahren und wurde in Klein-Silber begraben. Sie hatten 2 Söhne, Fritz und der 1914 geborene, jüngere Werner, der hier im rechten Bild vor seinem Haus auf Grundstück Nr. 21 zu sehen ist.
Werner Patzig erlernte den Beruf eines Gärtners und begann in den 30er Jahren in Klein-Silber auf seinem Grundstück, das an die Ihna grenzte, eine eigene Gärtnerei aufzubauen. (Gewächshaus, Anpflanzungen u.ä.). Leider hinderten ihn die Einberufung und der Krieg an der Umsetzung seiner Pläne.
Werner heiratete im Oktober 1943 oben gezeigte Ruth Krüger (siehe Grundstück Nr.54).

Nach der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft fand Werner Patzig seine Frau und seine Mutter Emilie, geb. Holzhüter in Loissin im Kreis Greifswald wieder. Ab 1947 lebten sie als Neubauern in Lüssow. Mutter Emilie starb dort 1962, Werner starb 1984 und seine Frau Ruth im Jahre 1998.


Hier sehen wir ein Schulfoto aus dem Jahr 1936. Vorne in der ersten Reihe finden wir u.A. die 3 Krüger Schwestern Ina, Ruth und Waltraud von Nr. 54 wieder.

Schulklasse - HRB-1994-Folge-226-Seite-56

Links aussen steht Lehrer Katthein. Rechts aussen, etwas kleiner, Lehrer Weiß.

In der oberen, hinteren Reihe stehen:
Willi Zühlke, Heini Sommer, Ernst Krüger, Joachim Radke, Harry Thom, Heinz Ziegenhagen, Ingwald Ziegenhagen, Erich Horstmann, Willi Schröder.

In der Reihe zwischen den Lehrern stehen:
Hans-Heinz Kühle, Hermann Krüger, Oskar Maier, Eudi Weißig, Ilse Butin, Bruno Butzin, Herbert Radke, Hermann Peris, Gunter Neumann.

In der Reihe unterhalb der Lehrern stehen:
Traute Ulrich, Brunhilde Bublitz, Elisabeth Radke, Editha Salzwedel, Martha Schröder, Erna Zühlke, Christel Butzin, Hanni Kühle, Martha Kühle, Herta Krüger, Helena Sell, Hildegard Kühle.

In der vorderen Reihe von Links sitzen:
Günter Marks, Edith Marks, Traute Peris ,Ina Krüger, Ruth Krüger, Waltraut Krüger, Ilse Köpnick, Astrid Thom, Edelgard Kirschke, Ilse Krüger, Anneliese Hartwig, Inge Weiß.


Hochzeitszug - HRB 1994 Folge 226 Seite 55-Hochzeit

HRB1993 Folge 222 Seite26-27bDie Hochzeitsgesellschaft von Helene Schliep und Hermann Zühlke. Der Zug kommt von der Kirche und geht am Haus #68 (links im Bild) von Maurer Hell und der davor stehenden, noch sehr kleinen, “Hitler-Eiche” , vorbei. Das Bild ist vermutlich vom Zwischenziel des Zuges, von Grundstück Nr. 2 aus aufgenommen. Dort wohnt Tante Minna Köpnich im Haus von Bäcker Weber. Von dort werden das Brautpaar und die Gäste dann mit dem Auto der Familie Kühl zum Hof (Grundstück #73) von Bräutigam Hermann Zühlke im Ausbau am Stabenower Weg gefahren. Von seinem Hof und seiner Mühle existiert heute nur noch die Erinnerung...
Rechts, hinter dem Brautpaar, erkennt man das mit Rohr gedeckte Dach von Haus und Stall von Martha Kappe (#57). Oberhalb der kleinen Brautjungfer das Wohnhaus und links davon den Stall von Fleischer Georg Gröhler (#56).


Konfirmanden vor der Kirche in Klein-Silber am 29.03.1942:

Konfirmanden2

Von Links nach Rechts:
Günter Marks, Bruno Butzin, Roderich Zimmermann, Ilse Krüger, Rudi Weißig, Edeltraut Peres, Heini Sommer, Hanna Krause, Herbert Zentner, Günter Neumann.

Totenliste1

Totenliste2

 

Menschen und ihre Geschichten aus Klein-Silber


Letzte Aktualisierung: 25.05.2009
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